Arbeitgeber-Journal – Interview aus November 2002
.F . A . C . E .
Werbung auf den Punkt gebracht
Der amerikanische Industrielle Henry Ford hat einmal gesagt: „Ich weiß sehr genau, dass die Hälfte unserer Werbegelder fehl investiert sind. Leider weiß ich immer noch nicht, welche!” Dass dies nicht so sein muss, erfuhr das Arbeitgeber-Journal von Jürgen Heinlein und Annette Baufeldt, den beiden Geschäftsführern der Gelsenkirchener Werbeagentur .F.A.C.E. Zusammen mit ihrem 5-köpfigen Team und mehreren freien MitarbeiterInnen entwickeln, entwerfen und planen die Werber maßgeschneiderte Kommunikationslösungen für Unternehmen in der Region.
AJ: Was ist Ihr Leistungsangebot?
Jürgen Heinlein: „.F.A.C.E. ist eine Full-Service Agentur. Von daher bieten wir unseren Kunden das gesamte Spektrum an Werbe- und Kommunikationsmaßnahmen. Unsere Stärken liegen sicherlich in den Bereichen Konzeption und Print,
hierbei vor allem in der Entwicklung von Logos, Corporate Design und der Entwicklung hochwertiger Printmedien wie Imagebroschüren und Geschäftsberichten. Eine besondere Stärke der Agentur sind die ausgeprägten illustrativen Fähigkeiten,
so dass wir unseren Kunden sehr individuelle Lösungen anbieten können.”
AJ: Viele Unternehmer sind mit den Ergebnissen ihrer eigenen Werbung nicht zufrieden. Worauf ist dies zurückzuführen?
Annette Baufeldt: „Die Frage muss hier lauten: Warum ist es so, dass viel Geld, das für Werbung ausgegeben wird, oftmals ohne Wirkung verpufft? Die Antwort ist einfach. Häufig wird der Werbung nur ein untergeordneter Stellenwert beigemessen und nicht
konzeptionell gearbeitet. Hier mal eine Anzeige, ab und zu ein Mailing, mal eine Broschüre und zum Jahreswechsel vielleicht noch die obligatorische Weihnachtskarte. Das war's. Wenn Werbung erfolgreich sein soll, ist eine strategische Herangehensweise und
langfristige Planung unerlässlich. Und das geht nicht ohne Marketing- und Kommunikationskonzept."
AJ: Was macht gute Werbung aus?
Jürgen Heinlein: „Werbung wird nicht für Kommunikations- oder Design-Wettbewerbe gemacht. Gute Werbung muss wirken und die vorgegebenen Ziele erfüllen.
Nicht mehr und nicht weniger.“
AJ: Was sagen Sie Leuten, die Gelsenkirchen nicht für den idealen Standort für eine Werbeagentur halten und wer gehört zu Ihren bekanntesten Kunden?
Annette Baufeldt: „Auch Unternehmen und Institutionen aus Gelsenkirchen und Umgebung brauchen Werbung. Die räumliche Nähe und die Kenntnisse der regionalen Besonderheiten können durchaus ein Standortvorteil sein, während die Qualität der Werbung mit Sicherheit nicht davon
abhängt, ob man nun in Düsseldorf, Köln oder München seinen Firmensitz hat.
Unsere Kunden kommen hauptsächlich aus Gelsenkirchen. Zu den bekanntesten gehören zum Beispiel die ELE Emscher Lippe Energie, GELSEN-NET und andere Unternehmen der GEW-Gruppe, die Sparkasse Gelsenkirchen und die Stadtmarketing Gesellschaft. Dazu kommen kleinere und mittelständische
Unternehmen aus der Region. So arbeiten wir unter anderem in Kooperation mit einer anderen Gelsenkirchener Agentur für den BKK Landesverband Nordrhein-Westfalen."
AJ: Ist gute Werbung immer teuer?
Jürgen Heinlein: „Nicht die Höhe des Etats ist entscheidend. Sie finden schlecht gemachte Werbekampagnen für viel Geld; aber auch wirksame Kampagnen, die mit kleinem Budget realisiert werden können. Unsere Philosophie ist einfach: „Wir setzen alles daran, aus jedem Etat für unsere Kunden
das optimale Ergebnis herauszuholen“. Andererseits kann Werbung auch nicht billig sein, da stimmen wir mit Ruskin, einem englischen Sozialreformer, überein, der einmal gesagt hat: „Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an,
müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen“.
AJ: Was möchten Sie mit Ihrem Firmennamen „.F.A.C.E.“ zum Ausdruck bringen?
Annette Baufeldt: „Jedes Unternehmen ist einzigartig und individuell. Hier setzen wir an und versuchen, mit unserer Arbeit Unternehmen und Produkten ein unverwechselbares Gesicht zu geben. Denn das Dilemma vieler Unternehmen ist doch heute, dass sie hervorragende Produkte oder Dienstleistungen liefern,
aber nicht als Anbieter solcher Leistungen wahrgenommen werden. Gleichzeitig spiegelt der Name auch unsere Einstellung gegenüber unseren Kunden wieder, hinter denen wir immer auch die Menschen sehen.”
AJ: Welche Schlüsselqualifikationen muss man mitbringen, um in der Werbung Erfolg zu haben?
Jürgen Heinlein: „Absolut wichtig sind strategisches Denken, Kreativität gepaart mit Realitätssinn und der Wille zum Erfolg. Selbstverständlich ist auch eine ständige Weiterbildung erforderlich, denn die Entwicklung in der Branche ist enorm und Beratungskompetenz wird zunehmend wichtiger. Wenn ich einem Kunden Werbevorschläge vorlege,
muss ich vorab berücksichtigen, ob diese technisch umsetzbar sind und sich im Kostenrahmen bewegen. Ein weiteres Kriterium: Wer nicht gut mit Stress und Termindruck umgehen kann, sollte sich eine andere Branche suchen.”
AJ: Was erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern?
Annette Baufeldt: „Natürlich, dass sie fachlich gut ausgebildet sind. Aber das allein reicht nicht. Sie müssen engagiert sein und einen hohen Qualitätsmaßstab anlegen. Und sie sollten sich als Dienstleister und Problemlöser der Kunden verstehen, denn letztendlich sind nicht wir diejenigen, die sie bezahlen, sondern unsere Auftraggeber.”
AJ: Sind Sie Ausbildungsbetrieb und wie arbeiten Sie mit dem Arbeitsamt zusammen?
Jürgen Heinlein: „Wir bilden Mediengestalter aus und beschäftigen immer wieder Praktikanten aus der beruflichen Weiterbildung. Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt ist sehr gut. Schnelligkeit und Kompetenz der Ansprechpartner haben uns überzeugt. Zwei unserer Mitarbeiter wurden uns über das Arbeitsamt vermittelt. Unsere erste Angestellte, eine Werbekauffrau,
habe ich übrigens über eine Veröffentlichung im Arbeitgeber-Journal gefunden."
(aj)
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